Tournee-Premiere des Humorkönigs
Der Stand-up-Comedian Peter Pfändler startete sein drittes Solo-Programm «Eifach luschtig» in Breitenbach. Im vollbesetzten Griensaal parodierte er Alltagssituationen, die ihn als genauen Beobachter seiner ZeitgenossInnen zeigten.
Das Wetter, Touristen in der Schweiz, die Empörungskultur, Gespräche unter Nachbarn, Elternabende an den Schulen — kaum ein Thema ist dem offensichtlich aufmerksamen Lauscher in Zug und Bahn, Peter Pfändler, entgangen. Aus diesen Themen hat er sein jüngstes Programm unter dem Titel «Eifach luschtig» zusammengestellt. Und das Publikum im Breitenbacher Griensaal kam zur Ehre, als erstes in den Genuss der Sketches, Gesangs- und Tanzeinlagen des Comedians zu kommen.
Pfändler schrammte manchmal knapp an Zoten vorbei. Etwa dann, wenn er sich lustig macht darüber, dass Wurstbrote für Schulkinder von vegetarischen Lehrpersonen nicht gern gesehen werden, und zwar nicht des Fleisches wegen, sondern weil die Banane ein Phallussymbol sei. Und er fragte: «Werden die Kinder gescheiter, wenn sie nur Lauchstängel essen?»
Was die Empörungskultur angeht, also die Angewohnheit vieler Zeitgenossen und Zeitgenossinnen, sich über alles und jedes sogleich aufzuregen, so unterscheidet Pfändler zwei Stufen davon. Die eine Gruppe besteht aus den Assos. Das sind jene, die nur leicht empört sind, und «Asso» rufen. Dann gibt es noch Assois, jene, die «Asso nei!» ausrufen und dabei noch kräftiger mit einem Fuss stampfen.
Pfändler nimmt das Publikum mit auf eine Schweizreise mit Touristen. Und er bindet das Publikum ein, indem die ersten Reihen regelmässig «Foto» rufen sollen, die Reihen dahinter als Kühe und Geissen auf der Weide «Muh» und «Mäh». Sogar ein Nacktwanderer darf nicht fehlen. Und immer wieder taucht der Säntis auf. Der Mann, den Pfändler aus dem Publikum dazu erkoren hat, trug volles weisses Haar, was den Comedian dazu bewog festzustellen: «Auf dem Säntis hat es noch Schnee.» Das Publikum machte bei den mehrfach wiederholten Foto- und Muh-Mäh-Aktionen begeistert mit.
Pfändler kennt sich offenbar auch in der Jugendkultur aus. Denn im Gegensatz zu früher, als man «täubelte» und den Freund, die Freundin im Gespräch zum oder zur «Ex» erklärte, lesen die von der Trennung Betroffenen heute nur noch «…hat die Whatsapp-Gruppe verlassen.»
Das vielfältige Programm streifte auch die Themen «VIP-News», «Ratgeber», «Meteo» und «Dabs». Letztere sind Dreizehnte AHV-Bezüger, da man diese Personengruppe nicht mehr «Alte» nenne. Nebst Gesangs- und Tanzeinlagen präsentierte sich Pfändler auch als Clown aus Holland. Als das Publikum die Frage bejahte, ob es den Trick mit den vier ineinander verschlungenen Ringen kenne, sagte der Clown: «Sehr gut, dann sparen wir viel Zeit».
Natürlich bezieht er das Publikum nicht nur in seine Nummern ein, sondern nimmt es auch auf die Schippe. Er habe Breitenbach als Premierenort ausgesucht, weil er sich gesagt habe: «Schaffst du es hier, dann schaffst du es überall!» Der lang anhaltende Applaus am Ende der Vorstellung zeigte denn auch, dass das Publikum sich sehr gut unterhalten fühlte. Nun gehe er mit seinem Programm zuversichtlich auf Schweizer Tournee, sagte Pfändler zum Schluss, als er sich bei den Zuschauerinnen und Zuschauern für den lauten Zwischen- und den Schlussapplaus bedankte und mit dem Song «I Feel Good» eine Zugabe gab.