Titelfeier nach Wechsel zum SCB
Nadia Häner aus Nunningen wechselte auf diese Saison innerhalb der Women’s League von Langenthal zum ambitionierten SC Bern. Am vergangenen Donnerstag gewann Bern das dritte Finalspiel gegen Zug und feierte den Titel. Und mit Caroline Spies aus Zwingen holte eine weitere Torhüterin aus der Region Bronze mit dem HC Davos.

Der Tipp zum Wechsel kam von Nationaltrainer Colin Muller. Nadia Häner (21) musste damals in Langenthal nach 18 Spielen eine Pause einlegen, weil sie eine Gehirnerschütterung auskurieren musste. Nadia ging nie den einfachen Weg. Sie stand in Juniorenteams im Tor, ging zu den GCK Lions in die SWHL B. 2021 qualifizierten sich in der obersten Liga die ZSC Lions gegen Lugano für den Final. Die etatmässige Torhüterin beim ZSC erkrankte an Covid und so kam Häner mit 17 Jahren unverhofft zu zwei Finalpartien. Sie blieb dann noch in Zürich, spielte aber auch noch bei den U17-Junioren in Basel. So richtig zum Spielen kam sie dann letzte Saison in Langenthal. «Das war gut, denn ich suchte ein Team, wo ich zu Spielpraxis kommen konnte.» Beim Wechsel zum SC Bern war ihr klar, dass sie hinter National-Torhüterin Saskia Maurer vor allem ein Lehrjahr einschalten musste. «Es wurde abgemacht, dass wenn mit Saskia nichts passiert, ich zu rund neun Partien komme.» Die Bernerinnen sind ambitioniert, sie standen jetzt zum dritten Mal in Folge im Final. Zweimal verlor man gegen die ZSC Lions die Serie mit 2:3. Diese Saison waren Bern und Zug eine Klasse für sich. Stark auch noch der HC Davos, wo Caroline Spies aus Zwingen das Tor hütet. Im Halbfinal siegte der SCB gegen Ambri, während Zug gegen den HCD ebenfalls mit 3:0 in den Final kam. Waren die ersten beiden Finalspiele vom Resultat her klar, wurde die dritte Begegnung zum Krimi. «Wir lagen 0:1 und 1:2 hinten. Auch noch vier Minuten vor Schluss. Dann kassierte eine Spielerin von uns zweimal zwei Minuten Strafe. Unser Trainer musste reagieren und nahm die Torhüterin vom Eis. Alles oder nichts mit fünf gegen fünf Feldspielerinnen.» Eine Sekunde vor Spielende glichen die Bernerinnen aus und in der Overtime fiel der entscheidende dritte Treffer und in Bern durfte gefeiert werden. «Es war schon ein tolles Gefühl, den Pokal in Händen zu haben und die goldene Medaille am Hals.» Häner meinte, die beiden Finals seien nicht vergleichbar. «Beim ersten kam ich in ein Team, musste spielen. Wir gewannen sogar im Tessin, aber hier in Bern bin ich Bestandteil eines tollen Teams und das macht den Sieg wertvoll, auch wenn ich nicht spielte.» Es sei sehr spät geworden, bis sie ins Bett kam. «Irgendwann musste ich dann doch nach Hause, denn am Freitagmorgen musste ich in die Schule», lachte Nadia. Häner absolviert neben dem Eishockey die Berufsmatur in zwei Jahren und arbeitet nebenher auch noch. «Das ist halt einer der Unterschiede zu den Männern auf dieser Stufe. Aber ich nehme es, wie es ist.» Sie jammert auch nicht, dass sie wenig bis kaum Freizeit hat. «Ich komme immer zu dem, was ich machen möchte.»
Häner bleibt in Bern
Nadia Häner erhielt vom Kanton Solothurn bereits den Förderpreis. Wenn sie so weitermacht, wird man wohl nicht mehr darum herumkommen, sie auch zur Sportlerin des Jahres zu küren. Häner wird jedenfalls auch kommende Saison in Bern bleiben, aber sie sucht bereits wieder eine Begleitlösung. «Ich will und brauche Spielpraxis. Das hilft allen. Wo ich die B-Lizenz löse, ist noch offen.»