Das Arlesheimer Wahrzeichen soll zugänglicher und belebter werden
Ausserhalb von privaten Anlässen war es der Öffentlichkeit bis anhin nur selten möglich, einen Blick ins Innere der Burg Reichenstein zu erhaschen. Das wird sich in diesem Jahr ändern.

Stolz thront sie über dem Birseck – die Burg Reichenstein gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen von Arlesheim. Doch wirklich zugänglich ist die Burg für die Öffentlichkeit nur selten. Wer nicht zu privaten Anlässen, für die die Burg gemietet werden kann, oder an den drei Tagen im Jahr, an denen sie regulär geöffnet ist, vor Ort sein kann, hatte bisher keine Möglichkeit, das Innenleben der Burg zu erkunden.
Der Verein «Burg Rychestei läbt» hat sich zum Ziel gesetzt, mit verschiedenen Veranstaltungen die Burg zu beleben. Am kommenden Sonntag findet der erste durch den Verein durchgeführte Brunch im Rittersaal statt. Die 50 verfügbaren Tickets seien schnell verkauft worden, berichtet Vereinspräsidentin Monika Strobel. Vor dem Brunch findet die Vereinsversammlung statt. Für Ausflügler und Interessierte ist die Burg zwischen 13 und 17 Uhr mit Kaffee und Kuchen im Innenhof geöffnet.
Der Verein «Burg Rychestei läbt» wurde bereits vor zwei Jahren auf Initiative von Burgwart Patrik Vögtli gegründet. Sichtbar wurde der Verein bisher vor allem an den Frühlings- und den Herbstmärkten im Dorf, wo er mit der Burg-Bar auf dem Einzigartigplatz auf seine Anliegen aufmerksam macht. «Wir haben dort schon gespürt, dass es ein grosses Interesse an der Burg Reichenstein und ein Bedürfnis für mehr Öffnung gibt», sagt Monika Strobel. Entsprechend schnell wuchs die Mitgliederzahl des Vereins an. Aktuell zählt der Verein 108 Mitglieder.
Ein sensibler Ort, zu dem Sorge getragen werden muss
Zu Beginn dieses Jahres hat sich der Verein neu aufgestellt. Die Statuten wurden angepasst, im Vorstand gab es kleine Rochaden. Aufgrund des grossen Interesses habe man gespürt, dass man mehr machen sollte. «Es ist für dieses Jahr unser Ziel, dass auf der Burg mehr läuft und sie öfters zugänglich wird.» Monika Strobel ist sich dessen bewusst, dass die Burg historisch und archäologisch ein sensibler Ort ist, zu dem Sorge getragen werden muss.
Für dieses Jahr hat der Verein die Burg an vier Sonntagen gemietet. Die Einnahmen von der Burg-Bar und anderen Aktivitäten gehen an den Verein. Mit dem Vereinsvermögen möchte der Vorstand nötige Investitionen der Burg unterstützen. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich. Monika Strobel ist überzeugt, dass es der Burg zugutekommt, wenn sie für die Öffentlichkeit zugänglicher wird. «Dadurch identifiziert sich die Bevölkerung noch mehr mit der Burg. Das wird ihrer Bedeutung für Arlesheim gerecht und könnte auch zusätzliche Finanzmittel für den Erhalt der Burg generieren.»
Stiftung organisiert Betrieb und Unterhalt
Die Organisation der Burg Reichenstein ist von aussen betrachtet kompliziert. Mit der Stiftung und dem Verein gibt es zwei Organisationen, die sich um die Belange der Burg kümmern. Monika Strobel ist von Amtes wegen als Gemeinderätin auch Mitglied im Stiftungsrat. Die Stiftung ist für den Erhalt und den Betrieb der Burg über deren Stiftungszweck verantwortlich. Die Gemeinde unterstützt die Stiftung finanziell durch einen Leistungsauftrag. Ausser mit Spenden und der Vermietung der Burg generiere die Stiftung selber keine Einnahmen, erklärt Monika Strobel. Im Vergleich zur Stiftung sei der Verein, so wie er aufgestellt ist, flexibler und könne auch mal spontan etwas bewegen, betont Strobel. «Deshalb ist es im Interesse der Burg, dass es zwei Gefässe gibt, weil sie unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen können. Zugegeben, von aussen wirkt es etwas kompliziert.»
Unabhängig von Stiftung und Verein betreibt Burgwart Patrik Vögtli ein eigenes Catering und organisiert auf der Burg eigene Anlässe zu verschiedenen Themen. Gelingt es, die Burg Reichenstein für die Öffentlichkeit stärker als einen Ort der positiven Erlebnisse zu etablieren, profitieren am Ende alle davon. Dies würde dem Arlesheimer Wahrzeichen auch gerecht.