Ein essbares Dorf

Seit rund einem Jahr gibt es das Projekt «Arlesheim einfach essbar». Die Idee: Die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner sollen Kräuter, Obst und Gemüse frei ernten können.

Freuen sich über das vielfältige Wachstum (v. l.): Cäcilia Weiligmann, Sabine Scherrer und Nicole Barthe vom OK «Arlesheim einfach essbar». Foto: Axel Mannigel
Freuen sich über das vielfältige Wachstum (v. l.): Cäcilia Weiligmann, Sabine Scherrer und Nicole Barthe vom OK «Arlesheim einfach essbar». Foto: Axel Mannigel

In der Rondelle am Eingang zum Arleser Dorfplatz wächst und grünt es. Das Beet sieht gepflegt aus und ein kleines Schild informiert: «Sorgfältiges Ernten erlaubt für alle.» Etwas höher weist ein weiterer Hinweis das Beet als Projekt für eine «Essbare Gemeinde» aus, was bedeutet, dass alle darin wachsenden Pflanzen essbar sind und eben geerntet werden dürfen. Drei Frauen beugen sich über die Pflanzen und sind vom Zustand der Rondelle begeistert. «Fast alles, was wir am letzten Frühlingsmarkt mit den Arlesheimerinnen und Arlesheimern gepflanzt haben, hat Winter und Katzen überlebt und treibt wieder aus», freut sich Nicole Barthe. Zusammen mit Sabine Scherrer und Cäcilia Weiligmann bildet sie das OK von «Arlesheim einfach essbar». Ihre Idee ist ganz einfach: Auf öffentlichen Flächen sowie in Gärten von Unternehmen und Privatpersonen sollen essbare Pflanzen, also Obst, Gemüse und Kräuter, angebaut werden. «Wir stellen uns vor», so Weiligmann, «dass Pflanzen angebaut werden, die Nahrung sein können sowohl für uns Menschen wie auch für Vögel und Insekten, etwa die inzwischen bedrohten Bienen.»


Nachhaltige Idee

Diese Idee, die Barthe, Scherrer und Weiligmann projektmässig in Arlesheim dauerhaft und sprichwörtlich auf den Boden bringen wollen, hat woanders schon Tradition. Das Konzept einer «Essbaren Stadt» gibt es seit rund zwölf Jahren und es hat sich inzwischen weltweit etabliert. Zahlreiche Gemeinden haben Projekte gestartet, ganz nach dem Motto: «Eine bessere Welt ist pflanzbar». Dabei geht es darum, klein anzufangen. «Als Erstes wird immer ein Samen gesetzt», sagt Sabine Scherrer. «Das kann in einem Topf, einem Hochbeet oder auf einem Balkon sein.» Wichtig sei es, einfach einmal essbar zu denken. Ausserdem: «Auch viele essbare Pflanzen haben schöne Blüten, die wunderbar duften», schwärmt Nicole Barthe. Es müssen also nicht immer Zierpflanzen sein, die nach der Blüte auf den Kompost wandern. Darüber hinaus gibt es auch essbare Blüten wie Malven oder Kornblumen sowie natürlich Früchte wie Erdbeeren oder Gemüse wie Tomaten.


Gemeinsames Tun

Eine wichtige «Zutat» zum Pflanzenwachstum ist neben frischer Luft, Licht, Wasser und Erde die Freude. Einmal beim Pflanzen und Pflegen selbst, aber auch im gemeinsamen oder gemeinschaftlichen Arbeiten, Ernten und Geniessen. «Das gemeinsame Tun bringt viel gute Laune und die Menschen einander näher», freut sich Cäcilia Weiligmann. Im vergangenen Jahr sei in dieser Hinsicht schon viel passiert, ihre letztjährige Utopie sei angekommen. «Arlesheim einfach essbar war sogar Thema bei der Fasnacht», lacht Sabine Scherrer. Jetzt wünschen sich die drei Frauen, die alle Mitglieder der Frischluft sind, dass es weitergeht, dass die echten und die sozialen Pflanzen wachsen und gedeihen. Einerseits freuen sie sich deshalb über alle, die bei der Essbarkeit mitmachen möchten. Andererseits hoffen sie, dass auch die Gemeinde das Projekt für sich entdeckt.

«Die Zukunft ist essbar», so Nicole Barthe und ihre Mitinitiantinnen nicken bestätigend. Gute Laune haben die drei allemal. Kontakt: <link mail>arlesheimeinfachessbar@intergga.ch

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