Dank Aufweitung doppelt so breit

Letzte Woche konnten sich Interessierte über das Hochwasserschutzprojekt in Laufen informieren lassen. An zwei Infoabenden zeigten die Verantwortlichen auf, wie es auf den verschiedenen Baustellen in den kommenden Jahren weitergeht.

Neue Birsüberquerung: Der neue Norimattsteg soll etwas weiter flussaufwärts gebaut werden. Foto: ATB SA / ZVG

Im Januar fiel mit dem Spatenstich der Startschuss für die Bauarbeiten. In den nächsten vier Jahren sollen die langersehnten Arbeiten für den Hochwasserschutz in Laufen durchgeführt werden. Die Arbeit im Hintergrund ist nun zu Ende — an und in der Birs wird sichtbar, was jahrelang geplant worden ist. Erste Bauetappen sind die Abschnitte Delsbergerstrasse und Nau-West beim Kulturzentrum Alts Schlachthuus und der Naubrücke. Zwei Bauequipen haben parallel ihre Arbeit aufgenommen. Sie realisieren rund 60 Schutzmassnahmen auf 3,5 Kilometern Flusslänge. Dazu beginnt im April 2025 die Verlegung der Werkleitungen, unter anderem eines Abwasserkanals der Stadt Laufen. Zwischen September und November 2025 wird der Damm zurückgebaut und das neue Gelände modelliert. In Richtung der heutigen Naubrücke entsteht zudem eine neue Böschung. Um diese Massnahmen umsetzen zu können, wurde der Parkplatz vor dem Schlachthuus gesperrt. Als Ersatz wurde eine gleich grosse Parkfläche hinter der EGK erstellt. In Nau-Ost unterhalb der Naubrücke und in Bahnhofsnähe sind Zwischenlagerflächen vorbereitet. Erstere dient der Triage und Lagerung von Aushubmaterial, letztere der Aufbewahrung von Ober- und Unterboden, die nach Abschluss der Geländearbeiten wieder eingebracht und bepflanzt werden.

Ein neues Zuhause für den Norimattsteg

Rund 70 Personen waren an den beiden Abenden erschienen und holten sich alle Informationen aus erster Hand. Projektleiter Philipp Meyer rollte die Abläufe seit dem verheerenden Hochwasser von 2007 nochmals auf und erläuterte die verschiedenen Etappen. Die Breite der Birs werde teilweise auf 40 Meter verdoppelt, was auch das Ende des heutigen Norimattstegs bedeute. «Wir möchten den Steg gerne an Interessierte weitergeben und haben dafür auch schon Anfragen aus der ganzen Schweiz erhalten.» Wo der Norimattsteg sein zweites Leben antreten dürfe, werde man zu gegebener Zeit kommunizieren. Meyer stellte klar: Hochwasser ist nur selten. Es entsteht vor allem ein sehr schöner Lebensraum für alle. Das braucht aber seine Zeit. Am Anfang wirkt alles noch ein wenig karg. Die ­Natur braucht ein paar Jahre, um sich auszubreiten.» Bauleiter Fabian Hof erläuterte den weiteren Ablauf der Bauarbeiten und stellte die federführenden Gesichter auf den Baustellen vor.

Alain Chevrolet vom Ingenieurbüro ATB SA, das den Wettbewerb für die Erstellung eines neuen Stegs für sich entscheiden konnte, erläuterte, wie der neue Steg weiter flussaufwärts, an der zukünftig engsten Stelle der Birs, aussehen soll. «Er wird von den Dimensionen her etwa so ausfallen wie die bestehende Wasserfall-Passerelle und wird von Fussgängerinnen und Fussgängern wie auch Velofahrenden genutzt werden können. Ausserdem verfügt er über ein beleuchtetes Geländer. Das Licht wird bei Nichtbenutzung gedimmt.»

Wie weiter mit der Naubrücke?

Sowohl am Mittwoch- als auch am Donnerstagabend wurden Fragen zu einer möglichen Verlegung der Naubrücke gestellt, auch wenn dieses Projekt noch nicht bewilligt wurde: Das Geschäft wurde kürzlich an den Landrat überwiesen und soll noch vor oder nach den Sommerferien behandelt werden. Wie die Chancen stehen, dass der Landrat einer Verlegung zustimmen würde, könne nicht abgeschätzt werden: «Das wäre dann wohl der berühmte Blick in die Glaskugel», beantwortete BUD-Mediensprecherin Andrea Tschopp die Frage einer Besucherin.

Auch ob ein zweiter Fussgängersteg über die Birs gebaut werde, könne noch nicht gesagt werden. Werde die Naubrücke flussabwärts versetzt, werde ein zweiter Steg kommen; werde die Brücke am heutigen Standort neu aufgebaut, komme kein zweiter Steg dazu, hiess es.

Informationen zum Hochwasserschutzprojekt in Laufen sind unter www.bl.ch/hws_laufen zu finden.

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