Äbtissin Ruth feierlich in ihr Amt eingeführt

In Eschenbach wurde Schwester Ruth Nussbaumer, die aus Laufen stammt, zur Äbtissingeweiht. Sie ist die 20. Vorsteherin des Zisterzien-serinnenklosters imKanton Luzern.

Auszug: Am Ende der Weihe rüstet sich Äbtissin Ruth und Mitschwestern zum feierlichen Auszug aus der Kirche. Foto: Thomas Immoos
Auszug: Am Ende der Weihe rüstet sich Äbtissin Ruth und Mitschwestern zum feierlichen Auszug aus der Kirche. Foto: Thomas Immoos

Feierlich mit dem Einzug der Priester, Nonnen, Ministrantinnen und Ministranten begann die würdige Feier zur Weihe von Schwester Ruth zur Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters in Eschenbach (Luzern). Den Schluss bildete die künftige Äbtissin, umrahmt von ihren Mitschwestern. Orgelklänge erfüllten die Kirche.

Mit zwei Mitschwestern wurde Schwester Ruth zum Altarraum geführt, wo die drei Nonnen ihren Platz einnahmen. Während die Priorin Christa Ineichen und die andern Gläubigen den Segen aller Heiligen der Kirche um Beistand für die neue Klostervorsteherin erbaten, lag Schwester Ruth demütig zu Füssen des Altars. Nachdem sie sich erhoben hatte, fragte der Generalabt des Ordens die künftige Äbtissin, ob sie bereit für das hohe Amt und dafür, «die dir anvertrauten Schwestern vor Gott zu führen.» Jede dieser und weiterer Fragen beantwortete Schwester Ruth mit einem schlichten «Ich bin bereit!» Priorin Christa erbat dann vom Generalabt des Zisterzienserordens, Mauro-Giuseppe Lepori, die Weihe von Schwester Ruth zur Äbtissin. Er bat um göttlichen Beistand, damit Ruth Nussbaumer das Kloster gut führen möge. Er überreichte ihr Äbtissinnenring und -stab und weihte sie zur Äbtissin.

Nun richtete die neue Äbtissin einige Worte an die rund 600 Gäste in der Pfarrkirche. Sie dankte vor allem für die grosse Unterstützung und die Zeichen der Verbundenheit, die sie habe erfahren können. Sie habe grossen Respekt vor dem Amt, habe es aber «gott- und pflichterfüllt» angenommen. «Ich freue mich sogar ein bisschen darauf», bekennt sie.

Frauen mitdiskutieren lassen

In der Predigt ging Mauro-Giuseppe Lepori unter anderem auf die Aufgabe ein, die eine Äbtissin zu erfüllen habe: «Sie muss sich als Erste bewusst sein, was zu tun ist, um eine Klostergemeinschaft im Sinne Gottes zu führen.» Nach dem Gottesdienst hielt Hildegard Aepli, Pastoralassistentin aus St. Gallen und Freundin von Ruth Nussbaumer, das Schlusswort. Sie erinnerte an die zahlreichen inspirierenden Gespräche im Kloster Eschenbach. Und sie äusserte die Hoffnung, dass es in der katholischen Kirche künftig möglich sein sollte, «Frauen zu ermöglichen, einen alternativen Lebensentwurf zu wählen.» Und sie erinnerte an die Pilgerwanderung, die Aepli mit anderen nach Rom unternommen habe: Ruth Nussbaumer habe den Brief formuliert, den die kleine Pilgergruppe an Papst Franziskus überreicht habe. Darin habe man die Hoffnung geäussert, dass die katholische Kirche «künftig nicht mehr ohne Frauen diskutieren und entscheiden wird, sondern nur noch mit den Frauen.»

Es folgte der feierliche Auszug aus der Kirche. Die würdige Feier wurde musikalisch umrahmt von Martin Völlinger an der Orgel und der Sopranistin Gabriela Bürgler. Im Anschluss an die Weihefeier fanden sich die Gäste im Lindenfeldsaal von Eschenbach zu einem Zvieri ein. Äbtissin Ruth war dabei immer wieder umlagert von Gratulantinnen und Gratulanten, unter denen sich auch ihre ehemalige Lehrerin aus Laufen, Esther Hänggi, einreihte.

Äbtissin Ruth Nussbaumer ist in Laufen aufgewachsen. Sie trat erst mit 43 Jahren ins Kloster ein. Nun wurde sie, mit 68 Jahren, zur zwanzigstenÄbtissin des Zisterzienserinnenklosterns Eschenbach gewählt, die seit 1588 hier wirken. Zuvor war das um 1226 gegründete Kloster von Augustinerinnen geführt worden.

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