Sm’Aesch-Pfeffingen steht im Cupfinal
Gegen Lugano beweisen die Baselbieterinnen Nervenstärke und gewinnen in heimischer Hal- le ein emotionales Spiel mit vielen Auf und Abs mit 15:13 im Extrasatz. Im Final wartet jetzt der Ligakrösus.
Das Team von Sm’Aesch-Pfeffingen erweist sich als sehr nervenstark. Nach den sieben Niederlagen in Serie drohte in der Liga bei einer Niederlage gegen Glaronia das Aus für die Playoffs. Es folgte am Mittwoch ein diskussionsloser 3:0-Erfolg. Der Sieg war nicht nur für die Ausgangslage für die Playoffs enorm wichtig, sondern auch, um im Umfeld Ruhe zu schaffen.
Stimmen, die eine Absetzung von Trainer Timo Lippuner forderten, wurden immer zahlreicher. Lippuner selbst nahm dies zur Kenntnis. «Wichtig ist, dass wir im Trainerstaff und auch die Spielerinnen nie aufgeben, immer an den Erfolg zu glauben. Meine Aufgabe ist nicht, jemandem etwas zu beweisen. Wir wollen in jedem Spiel die beste Leistung zeigen. Das gelingt nicht immer, denn es kann so vieles Einfluss nehmen. Aber jetzt haben wir ein Ziel erreicht, und wir konzentrieren uns auf das Spiel gegen Franches-Montagnes. Wenn wir gewinnen, haben wir in der ersten Playoff-Serie das Heimrecht.»
In Rekordzeit zum Satzgewinn
Lippuner erklärte am Sonntag nach dem emotionalen Cupfinal-Einzug auch den Grund für die Negativserie zuvor: «Im Januar waren wir in keinem Spiel komplett, und heute waren wir bis zum Spielbeginn unsicher, ob wir Jody Larson nach einer Zerrung einsetzen können. Wären wir das einzige Team mit Problemen, würden wir nach nächstem Samstag nur noch zuschauen. Aber ich schiebe es nicht nur darauf. Wir haben auch nicht alles richtig gemacht, aber aus Fehlern lernt man. Und wenn es dann gelingt, es besser zu machen, kommen Spiele wie heute dabei heraus.»
Sm’Aesch überraschte im Löhrenacker mit einem fulminanten Startsatz. Von Beginn an punktete das Heimteam und feierte nach 16 Minuten den Satzgewinn. «Uns allen war bewusst, dass das Ergebnis nicht das Leistungsvermögen widerspiegelte. Das war auch dem Gegner klar», so Lippuner.
Nervenstärke im Entscheidungssatz
Die Tessinerinnen, die auf acht Siege in Serie blickten, kamen zurück und schafften trotz grossem Rückstand am Ende noch den Satzausgleich. Im dritten Satz schienen die Gäste gleich nachlegen zu können, aber dem Heimteam gelang es, ebenfalls den Satz zu drehen und 2:1 in Führung zu gehen. Der Druck auf die Gäste nahm so zu. Selbst als man im vierten Satz nahe am Sieg war und ihn dennoch knapp abgab, liess sich Sm’Aesch nicht aus der Ruhe bringen. In der Endphase des Entscheidungssatzes machte das Team aus Aesch dann die entscheidenden Punkte. «Wenn du nicht auf dem Feld stehst, bist du extrem nervös. Wichtig ist, dass wir von aussen das Team immer pushen und die Emotionen herauslassen», gab Ella Ammeter, die Passspielerin von Sm’Aesch-Pfeffingen, Einblick in ihren Gefühlszustand. Angesprochen auf die Negativserie meinte sie: «Das Wichtigste ist die Kommunikation im Team. Wir versuchten herauszufinden, woran es lag, haben gut gearbeitet und fanden gemeinsam aus dem Tief.» Captain Madlaina Matter war überglücklich. «Es war ein sehr emotionales Spiel. Ich denke, der Grund, dass wir heute die Qualifikation für den Cupfinal schafften, lag auch an der Niederlagenserie. Wir wussten, dass wir einen Satz wegstecken und dennoch immer wieder zum Sieg kommen können. Wir haben den Glauben an uns nie verloren, liessen uns auch dann nicht vom Weg abbringen, als Lugano zum 2:2 ausglich. Dieser Sieg hilft uns auch in den Playoffs.»
Im Final treffen die Baselbieterinnen Anfang April auf den Ligakrösus Neuchâtel.