Adil Kollers Ansage an die Baselbieter Bürgerlichen
An der Spitze der SP-Fraktion im Landrat kommt es zu einem Wechsel: Der Münchensteiner Adil Koller übernimmt das Präsidium.

Adil Koller ist neuer Fraktionspräsident der SP im Baselbieter Landrat. Die 20-köpfige Fraktion hat den 31-jährigen Landrat aus Münchenstein an ihrer letzten Sitzung gewählt. Koller ist Nachfolger von Roman Brunner, der bereits im vergangenen September angekündigt hatte, das Fraktionspräsidium in neue Hände zu übergeben. Der Muttenzer Gymnasiallehrer bleibt Landrat, dem er seit 2015 angehört.
Adil Koller wird seinerseits sein neues Amt an der nächsten Landratssitzung vom 27. Februar antreten. Er politisiert seit 2017 im Landrat. Der Münchensteiner ist Mitglied in der Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission (VGK). Von 2016 bis 2020 war Koller Präsident der SP Baselland, zuvor ein Jahr lang Co-Präsident zusammen mit Regula Meschberger. Neben seinem politischen Engagement ist er beruflich als Projektleiter bei den SBB tätig. Mit erst 31 Jahren zählt Koller bereits zu den arrivierten Politikern im Baselbiet, satt ist er keineswegs.
Nach einem politisch rasanten Aufstieg – Koller wurde im Alter von 22 Jahren Parteipräsident und rückte zwei Jahre später bereits ins Kantonsparlament nach – wurde es um ihn zuletzt etwas ruhiger. Aus beruflichen Gründen weilte er unter der Woche jeweils ein halbes Jahr in der Westschweiz und in Graubünden. Nun ist Koller zurück. Er habe bereits vor längerer Zeit SP-intern kundgetan, dass er wieder bereit sei, mehr Verantwortung zu übernehmen, sagt Koller auf Anfrage. «Das Fraktionspräsidium ist für mich eine tolle Möglichkeit, dass ich mich im Parlament noch stärker einbringen kann als bisher.» Koller steht pointiert links und politisiert mit Leidenschaft, kommt aber nicht verbissen daher. Wohl auch deshalb geniesst er im Parlament auch im bürgerlichen Lager grosse Wertschätzung. Es sei derzeit sehr herausfordernd, im Baselbiet zu politisieren: «Um die Kantonsfinanzen ist es wegen der bürgerlichen Finanzpolitik schlecht bestellt, in der Sozialpolitik ist der Handlungsdruck gross.»
Die SP und er als Fraktionspräsident seien hier gefordert, Mehrheiten für sozial tragfähige Lösungen zu finden. Koller verweist auf die Kita-Initiative der SP, wo in den kommenden Monaten ein Gegenvorschlag der Regierung erwartet wird, sowie auf die SVP-Initiative zum vollen Abzug der Krankenkassenprämien, die der Ökonom für ein falsches Instrument zur Entlastung hält, da von Steuerabzügen vor allem hohe Einkommen profitieren.
Als Regierungsratskandidat gehandelt
Bereits seit Jahren wird der 31-Jährige als möglicher Regierungsratskandidat gehandelt. Bei den Wahlen 2023 winkte er allerdings ab – für viele überraschend. Gegenüber der bz sagte er damals: «Dieser Zuspruch und die vielen Zuschriften haben mich natürlich sehr gefreut. Als Thomas Noack aber für seine eigene Kandidatur zusagte, war für mich klar, dass ich nicht antrete.» Dass er ein Regierungsratsamt grundsätzlich für eine spannende Aufgabe hält, hat Koller bereits verschiedentlich kundgetan. Gut möglich aber, dass Koller bei den kommenden Wahlen 2027 seinen Hut in den Ring werfen wird.