Vom Dorf fürs Dorf: Gempen wird zur grossen Festhütte

Etwa 10000 Besuchende werden am Gempenfest im September erwartet. Das OK steckt derzeit mitten in der Planung des Grossanlasses.

Geballte Power: Das OK Gempenfest besteht aus 13 engagierten Gempnerinnen und Gempnern. Auf dem Foto fehlen drei OK-Mitglieder. Foto: Fabia Maieroni

Das Gempenfest hat eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1974 zurückreicht. Vor neun Jahren feierte Gempen sein letztes grosses Fest. Während Jahren formierte sich daraufhin kein OK mehr, das einen nächsten Anlauf nahm. Doch dieses Jahr klappt es: Von 5. bis 7. September verwandelt sich der Gempner Dorfkern wieder in eine Partymeile mit Marktständen, Musik-Acts und diversen Shows.

Um ein solch grosses Dorffest zu organisieren, braucht es vor allem eines: motivierte Menschen, die ihre Freizeit in die Planung und die Organisation des Events investieren. Das kleine Dorf am Dorneckberg hat zwar vergleichsweise wenig Einwohnende, dafür ist das Engagement in der Gemeinde für das Gempenfest umso grösser. 13 OK-Mitglieder, darunter neun Frauen, kümmern sich seit einigen Monaten darum, dass das Fest denn auch reibungslos abläuft. Während die einen mit dem Grossteil der Planung bereits weit fortgeschritten sind, kommt die heisse Phase auf die anderen erst noch zu.

Martina Bitterli und Karin Stebler etwa kümmern sich gemeinsam um die Akquise und die Betreuung der Acts, die am Gempenfest auftreten werden. Dabei haben die beiden Frauen auf eine ausgewogene Mischung aus lokalen und ferneren Klängen geachtet. So gibt’s neben den urchigen Klängen der Hobländler oder den Märschen des Musikvereins Concordia Dornach ebenso Heavy Metal mit Fire Rose und Salsa-Rhythmen von Los Capitanes del Son. «Wir haben versucht, regional zu bleiben und gleichzeitig auch grössere Acts zu verpflichten», erklärt Bitterli.

Helikopterflug ist auch in diesem Jahr ein Highlight

Für Fans von vier Hufen wird es eine sanfte Pferdeshow geben, wer es lauter und «handfester» mag, sollte sich das vierte Swiss Open im Kettensägeschnitzen in den Kalender eintragen. In kurzer Zeit formen dort die erfolgreichsten Carver der Region aus blossen Baumstämmen eindrückliche Holzfiguren. Festhalten wird das OK auch am traditionellen Helikopterflug über die Region. Das OK hatte sich Gedanken gemacht, ob dieser aus ökologischen Gründen ausfallen solle. Doch die Beliebtheit dieser Attraktion ist seit Jahren ungebrochen: «Wir haben bereits Anfragen erhalten, ob man diesen im Vorfeld buchen könne», sagt OK-Kopräsident Roman Baumann. Deshalb bleibe der Rundflug ein fester Bestandteil im Programm.

Umrahmt wird das Programm von zahlreichen Marktständen im Dorf. «Auch Privatpersonen stellen ihre ­Einfahrten und ihre Grundstücke zur Verfügung», erklärt Maria Frey. «Wir konnten namhafte Händler für das Fest gewinnen», freut sich Frey.

Berufliche Expertise braucht es auch beim Gempenfest

In 22 Beizen entlang der Festmeile können sich die Gäste verpflegen. Dabei soll möglichst viel Abwechslung auf den Tellern landen, verrät Alexandra Schütz. Sie hat die Planung für das Zentrallager übernommen. Zusammen mit der Beizen­chefin bestellt sie alles, was es für den kulinarischen Genuss braucht.

Damit die Beizen, Bars und Stände attraktiv gestaltet werden können, braucht es eine Menge Material. Dieser Tage haben die Standbetreiber ihre Wünsche an ­Bauchefin Andrea Heynen weitergegeben. Sie sorgt etwa dafür, dass urchiges Holz für den Standbau zur Verfügung steht, und prüft, dass die Bauten genügend ­stabil sind. Dabei kommt der Innenarchitektin ihre Berufserfahrung zugute. Auch ihre Beziehungen kann sie nutzen. «Derzeit laufen die Verhandlungen mit der EZB Aesch – dort haben wir die Möglichkeit, entsorgtes Holz zu erhalten», sagt Heynen.

Überhaupt: «Das Gempenfest kann so nur zustande kommen, weil wir mit vielen Partnern sehr gute Bedingungen aushandeln konnten», hält Roman Baumann fest.

Ein Pavillon für die Bevölkerung

Was die erwarteten Besucherzahlen angeht, will sich das OK nicht zu stark «auf die Äste hinauslassen». «Wir rechnen mit einem ähnlichen Besucheraufkommen wie in der Vergangenheit. Das entspricht ungefähr 10000 Menschen. Es hängt ­natürlich stark vom Wetter ab», so Baumann. Am Ende des Fests erhofft sich das OK einen grossen Ertragsüberschuss. Mit dem Geld soll – so will es die Tradition – ein Projekt innerhalb der Gemeinde finanziert werden.

Der Erlös des Gempenfestes 2025 soll im Kontext der Sanierung der Sportanlagen beim Schulhaus eingesetzt werden. «Wir möchten damit die Errichtung eines Vereinspavillons, also eines Begegnungsortes für die Gempner Bevölkerung, unterstützen», sagt OK-Kopräsident Michael Grimbichler. Der Pavillon könnte als Buvette von Vereinen und Schule genutzt werden. «Das Projekt basiert auf einem Workshop, der mit der Bevölkerung von Gempen 2023 durchgeführt wurde», so Grimbichler weiter. Der nächste Informationsabend für die Bevölkerung in Gempen findet am 5. Juni 2025 statt.

Helfende Hände gesucht

 

fam. Ein Dorffest auf die Beine zu stellen, ist nur möglich, wenn viele Menschen ehrenamtlich mitarbeiten. Das OK sucht für das Gempenfest noch Helferinnen und Helfer für alle drei Tage. Einsatzdauer und -ort können variieren.

Infos: gempenfest.ch

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