Intensive Klänge und beachtliche Präzision
Mit einem abwechslungsreichen, originellen Programm wartete das Orchester Arlesheim am Wochenende in der reformierten Kirche auf. Eine Entdeckung war die «Sinfonia a gran orquesta in D-Dur» von Juan Arriaga.

Juan Crisóstomo Arriaga war wie Mozart eine musikalische Frühbegabung. Bereits mit 19 Jahren starb er an Tuberkulose. Seine «Sinfonia a gran orquesta in D-Dur», die er im Alter von 18 Jahren schrieb, ist ein Meisterwerk. Der «baskische Mozart» verbindet darin klassische und romantische Elemente.
Bach und Igor Strawinski
Dirigent Markus Teutschbein hielt das Orchester mit präzisen Einsätzen zusammen, und Letzteres entwickelte einen intensiven Klang. Das «Andante con moto» beginnt getragen und entwickelt in der Abwechslung zwischen Bläsern und Streichern eine schöne Melodik. Im kraftvollen und verspielten Minuetto hat die Flöte eine Solointervention. Eine Entdeckung für alle, die Arriaga noch nicht kannten. Das 3. Brandenburgische Konzert von Johann Sebastian Bach gehört zu den grossartigsten Instrumentalstücken des Barocks. Es ist ein Wettstreit der Streicher und ein ständiger Dialog, begleitet vom Basso continuo des Cembalos (Margrit Plattner). Im ersten Satz wird dieser Wettstreit mit Beharrungsvermögen und Energie ausgetragen, um ins Anfangsthema zurückzukehren.
Das Orchester Arlesheim meisterte dieses Konzert mit beachtlicher Präzision und Durchhörbarkeit. Bevor Teutschbein den Dirigentenstab zu Strawinskis Pulcinella-Suite erhob, spielte er ein Pergolesi-Stück an, das Strawinski in der Sinfonia in moderner Form bearbeitete. Die agilen Bläser, die hier brillieren konnten, harmonierten bestens mit den Streichern. Das zahlreich erschienene Publikum dankte mit langem Applaus.