Schafe mögen keine Tannenknospen

Die Burgergemeinde Laufen-Stadt pflegt Rottannen, die in den nächsten Tagen als Weihnachtsbäume in den Verkauf kommen. Das Areal der Weihnachtbaumkultur wird von Shropshire-Schafen gepflegt.

Genügsame Tiere: Die Shropshire-Schafe sind biologische Rasenmäher, nagen aber keine Tannen an.

Genügsame Tiere: Die Shropshire-Schafe sind biologische Rasenmäher, nagen aber keine Tannen an.

Das ganze Jahr Weihnachten: Zu den Aufgaben von Revierförster Thomas Suter gehört auch die Pflege von Weihnachtsbäumen. Fotos: Thomas Immoos

Das ganze Jahr Weihnachten: Zu den Aufgaben von Revierförster Thomas Suter gehört auch die Pflege von Weihnachtsbäumen. Fotos: Thomas Immoos

Für Thomas Suter, den Revierförster des Reviers Laufen-Wahlen (Forelawa), ist das ganze Jahr Weihnachten — natürlich nur im übertragenen Sinn. Denn die aufwendige Pflege junger Fichten, Rot- sowie Nordmanntannen, die im Dezember in die Stuben gelangen, erfolgt während des ganzen Jahres. Neuerdings hat Suter vierbeinige Helfer. Es handelt sich um die Schafrasse Shropshire. Diese genügsamen Schafe tummeln sich auf dem Gelände in der Birsholle, fressen das Gras und düngen mit ihren Ausscheidungen den Boden. Diese Rasse zeichnet sich ausserdem durch einen weiteren Vorteil aus: Sie mag die kleinen Knospen an den jungen Tannen nicht, sodass die Triebe unbeschädigt bleiben und die Fichten ungestört wachsen können.

Die Schafe gehören einem Schäfer, der mit den Tieren wochenweise von Weide zu Weide zieht, um auf Wunsch der Kulturbetreiber ihrer Haupttätigkeit, dem Fressen von Gras, nachzugehen. Einige Tage genossen die Tiere also auch Gastrecht in der Birsholle.

Biologische Rasenmäher

«Diese biologischen Rasenmäher sind eine sehr nachhaltige Form der Kulturpflege», sagt Suter. Die Schafrasse sei sehr genügsam, von robuster Konstitution und sehr anpassungsfähig. Die Schafe können es auch mit einem kargen Futterangebot gut haushalten und verfügen über eine gute Grundfutterverwertung. In der Weihnachtsbaumanlage in der Birsholle mit mehreren hundert jungen Bäumen grasen manchmal sechs bis sieben Schafe gleichzeitig. Ständig dort gehalten werden zwei bis drei Shropshire.

Für Forstbetriebe hat die Schafhaltung noch einen weiteren Vorteil: Die Pflegearbeit in der Kultur kommt ohne schweres Gerät, ohne Motorenlärm und ohne Benzinverbrauch aus, so dass der Boden geschont wird.

Die Burgergemeinde Laufen-Stadt spendet jedes Jahr 50 bis 70 Bäume im Rahmen des Burgernutzens an Burgerfamilien. Ein Weihnachtsbaum braucht etwa drei bis vier Jahre, bis er soweit ist, für das Weihnachtsbrauchtum gefällt werden zu können. Dann sind die Tannen bis 1,6 Meter hoch. Die Pflege heimischer Weihnachtsbäume macht den weiten Transport aus Skandinavien in die Schweiz überflüssig. Auch Nichtburger können solche Bäume erwerben: «Allerdings wollen wir die privaten Verkäufer damit nicht konkurrenzieren», betont Suter.

Bäume gestiftet

Die Burgergemeinde stiftet seit Jahren der Stadt und der katholischen Kirchgemeinde Laufen mehrere grosse Weihnachtsbäume. Diese stehen unter anderem auf dem Rathausplatz, am Vorstadtplatz vor dem Stadthaus und vor bzw. in der katholischen Kirche. Die Fichten sind acht bis zehn Meter hoch und wiegen bis zu 800 Kilogramm. Nach der Weihnachtszeit werden sie demontiert und zu Häcksel und Brennholz verarbeitet.

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