Präsidiumswechsel beim Wasserverbund Birstal

Niemand kennt die ­Wasserversorgung in Zwingen besser als Georg Furler. Nach 26 Jahren gab er Ende 2022 das Amt als Präsidenten des WVB ab. Einen Nachfolger zu ­finden, war schwierig.

Vor dem Quellwasserpumpwerk Bernhardsmätteli: Georg Furler (r.) und sein Nachfolger Peter Hueber. Foto: Gaby Walther
Vor dem Quellwasserpumpwerk Bernhardsmätteli: Georg Furler (r.) und sein Nachfolger Peter Hueber. Foto: Gaby Walther

«Es war eine spannende Zeit. Ich lernte immer wieder dazu. Ich kann dieses Amt nur jedem empfehlen», betont Georg ­Furler. Vor 26 Jahren wurde der Zweckverband Wasserverbund Birstal (WVB) gegründet und seit dieser Zeit ist der Zwingler dessen Präsident. Er weiss ­darüber viel zu erzählen. Anfangs dienten Quellen zur Wasserversorgung der Bevölkerung. Doch in heissen Sommern wurde das Wasser knapp, vor allem in den höher gelegenen Gemeinden. So ­wurde 1974 auf Anregung der höher ­gelegenen Thiersteiner Gebirgsgemeinden die Regionale Wasserversorgung Laufental-Thierstein AG (RWV) gegründet und «in den Weiden» in Zwingen das Grundwasserpumpwerk gebaut. Dieses dient heute noch zur Sicherstellung der Spitzenbezüge im Sommer sowie zur ­Notversorgung für die solothurnischen Gebirgsgemeinden, für die Gemeinden des ­Lüsseltals und für die Gemeinden Zwingen und Umgebung. In jener Zeit entstand auch der Wasserverbund Birstal, ein Wasserlieferungsvertrag zwischen den Gemeinden Zwingen, Laufen, Blauen und Nenzlingen. Gemeinsam mit dem Bau des Grundwasserpumpwerks wurden die Anlagen des Wasserverbunds Birstal mit Wassergewinnung, Wiederaufbereitung, Wasserförderung und Speicherung erneuert und gebaut. «Ein wichtiger Mann und Visionär in Bezug auf die regionale Zusammenarbeit in der Wasserförderung war der Laufner Politiker und Ingenieur Rudolf Schmidlin. Heute können wir über diese Zusammenarbeit froh sein. Auch im letzten Sommer, als es sehr heiss und trocken war, hatten wir genügend Wasser und mussten nicht zum Wassersparen aufrufen», erzählt Furler.

Als im Jahr 1996 Investitionen und ­Restrukturierungen anstanden, wurde der Zweckverband Wasserverbund Birstal (WVB) gegründet. Furler, der von 1987 bis 1996 Gemeinderat von Zwingen war und dadurch auch Einblick in die Thematik des Wasserverbunds hatte, übernahm das Präsidium. Als ehemaliger Betriebsingenieur und Leiter eines Produktions-Engineeringsteams bei der Novartis kennt er sich aus mit Technik, Organisation und Führung. Einige Projekte ­wurden in den letzten 26 Jahren unter seiner Führung erfolgreich gelöst. So wurden unter anderem diverse Anlagen saniert, Leitsysteme erneuert, Organisatorisches angepasst, Notwasserkonzepte und Leitbilder erstellt und Schutzzonen ausgeschieden. 50 bis 100 Stunden habe er pro Jahr als Präsident investiert. «Zum Teil ist der Wasserverbund ein weiteres ­Hobby geworden», lacht der 72-Jährige.

Revision der Quellenschutzzone abgeschlossen

Mit dem Abschluss zweier wichtiger Projekte demissionierte Furler nun auf Ende 2022. «Nach mehr als 15 Jahren wurde die Revision der Quellenschutzzonen für die Pfandel- und Bernhardsmätteliquelle ­abgeschlossen. Im April 2022 hatte der Regierungsrat Baselland die Ausscheidung der neuen Schutzzonen in den ­Gemeinden Blauen und Zwingen genehmigt», erklärt Furler. Das zweite Projekt war die 2015 initiierte Restrukturierung des Zweckverbandes. Ziel war es, die Wassergewinnung, die Aufbereitung, Förderung und Speicherung der RWV AG, der Wasserversorgung Laufen und der weiteren WVB-Verbandsgemeinden in eine Organisation zu überführen. ­Dieser Restrukturierungsprozess wurde 2021 infolge einiger Widerstände abgebrochen und ist somit erledigt.

Quellenretter wird Präsident

Die Suche nach einem Nachfolger erwies sich als schwierig. Schliesslich hat nun Peter Hueber diese Verantwortung übernommen. «Ich bin schon 66 Jahre alt und hätte es begrüsst, wenn jemand Jüngeres das Amt des Präsidenten übernommen hätte.» Neu ist für Hueber das Thema Wasserversorgung nicht. Er war Burgerpräsident in Zwingen und vor allem die treibende Kraft, als es im Jahr 2015 ­darum ging, eine Deponie in Zwingen zu ­verhindern, um die beiden Quellen zu retten. Mit zahlreich aufgehängten, ­beschrifteten Leintüchern und einer ­Initiative wurde die Deponie verhindert. 850 Stunden habe er damals investiert, um dagegen anzukämpfen, erzählt ­Hueber. Quellen und Grundwasser seien wichtig. Fällt die eine Wasserversorgung aus, wie zum Beispiel beim Hochwasser von 2007, als das Birsgrundwasser durch Öl verschmutzt wurde, sichert die andere die Versorgung der Bevölkerung mit frischem Wasser. Die beiden Quellen liefern 300 bis 1000 Kubikmeter pro Tag. Der durchschnittliche tägliche Wasserbedarf des 2600 Seelen grossen Dorfes Zwingen liegt bei rund 550 Kubikmeter.

Im WVB stehen neue Aufgaben an. ­Aktuell sind dies die Sanierung und ­Erneuerung der Quellfassung Bernhardsmätteli, die Projektierung des Teilrückbaus und Erneuerung des Quellwasserpumpwerks Bernhardsmätteli sowie die Statutenrevision des WVB. Bei Letzterem geht es darum, die Anlagen, welche im Eigentum der Gemeinde Zwingen sind, teilweise ins Eigentum der WVB überzuführen. Denn der WVB investiert in die Wassergewinnungsanlagen und hält ­diese instand.

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