Ein Geschenk für finanzschwache Familien: der «Zollitag für alli»

Ein junges und motiviertes Team mit Wurzeln in der Region macht auf die Armut in der Schweiz aufmerksam. Und denjenigen, die davon betroffen sind, ermöglichen sie einen unvergesslichen Anlass: einen Zollitag am 27. Februar 2021.

Elefantastisch: Dieses Team hat das tolle Projekt auf die Beine gestellt. (v.l.) Raphael Ammann, Silvio Hunziker, Ramon Schnyder, Anton Hänggi, Samuel Cueni, Daniel Ammann, Jeruel Ammann, Luana Chanton. Foto: Zoe Zbinden
Elefantastisch: Dieses Team hat das tolle Projekt auf die Beine gestellt. (v.l.) Raphael Ammann, Silvio Hunziker, Ramon Schnyder, Anton Hänggi, Samuel Cueni, Daniel Ammann, Jeruel Ammann, Luana Chanton. Foto: Zoe Zbinden

Dass die Schweiz ein reiches Land ist, ist bekannt. Doch auch hierzulande ist Armut nicht so selten, wie man sich das manchmal vorstellt. Das Problem ist in der reichen Schweiz nicht so ausgeprägt wie anderswo, und die Betroffenen sind nicht auf den ersten Blick auszumachen. Doch die Armut in der Schweiz grenzt viele Familien davon aus, sich am Sozialleben beteiligen zu können. Genau für diese Menschen setzt sich das Organisationskomitee von «Zollitag» ein. Das achtköpfige Team hat sich aus dem Jugendprojekt Mittagsfrisch Laufental-Thierstein gebildet. Die 21- bis 30-jährigen Mitglieder stammen aus Laufen, Büsserach, Erschwil, Brislach und Nunningen.

Sie haben sich mit der Armut in der Schweiz befasst und beschlossen, zu handeln. Die Idee des Zollitags war geboren. Für einen Tag lang sollen sich für jeden, der sich dies normalerweise nicht leisten kann, die Türen des Basler Zollis kostenlos öffnen. Für dieses Vorhaben hat der Zoo den 27. Februar 2021 eingeplant. Die Coronasituation macht es momentan schwierig einzuschätzen, ob der Anlass wirklich stattfinden kann und falls ja unter welchen Bedingungen. Es wird auf jeden Fall ein Schutzkonzept entwickelt, falls dies nötig wäre, oder man würde sich darum bemühen, ein Verschiebedatum zu finden. Nicht nur der Eintritt soll für die Zolligäste übernommen werden. Geplant ist auch, dass die Mahlzeiten und eventuell sogar die Reise nach Basel ebenfalls gedeckt werden. Um dies zu verwirklichen, ist jedoch noch etwas Zeit und Organisation nötig; die Karten sehen jedoch gut aus.

Crowdfunding bis 4. November

Zu den Sponsoren des Projekts gehören das Migros-Kulturproduzent, die Hirslanden Klinik Birshof in Münchenstein, zahlreiche KMUs und einige Privatpersonen. Auch neben der finanziellen Unterstützung kann das OK auf zahlreiche Helferinnen und Helfer bei den Vorbereitungen sowie an der Veranstaltung selbst zählen. Es sind jedoch noch laufend Leute gesucht, die an der Organisation oder am Anlass selber mithelfen können. Und noch bis am 4. November läuft ein Crowdfunding für den Anlass. Und nicht nur der Spendenempfänger profitiert, sondern auch der Spender erhält etwas. Das Crowdfunding verläuft mit einem Verkauf von verschiedenen Gutscheinen. Darunter Tickets für den Europapark, das Sole Uno oder das Alpamare, Kinogutscheine und Fahrten für viele verschiedene Bergbahnen in der Schweiz. Die Gutscheine werden gekauft und das Geld fliesst in den Zollitag.

Das Organisationskomitee will zwei Dinge erreichen: Im Vordergrund steht, dass die betroffenen Familien einen schönen Tag erleben und sich ohne Sorgen etwas gönnen können. Gleichzeitig wollen sie die Leute in der Schweiz darauf sensibilisieren, dass es auch hier Armut gibt. Vielleicht kennt man Nachbarn oder eine Kollegin, die finanziell knapp dastehen. Da könne bereits eine simple Einladung ins Kino sehr viel Freude bereiten.

Weitere Informationen: www.zollitag.ch. Wer für den Zollitag spenden möchte, findet alle Angaben unter www.lokalhelden.ch/zollitag.

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