Wirtschaftsschüler weisen Senioren den Weg in die digitale Welt

Der Verein Senioren für Senioren Reinach BL führt derzeit zusammen mit der Klasse 12f des Bildungszentrums kvBL Reinach einen Computerkurs für Senioren durch. Am Montag startete das Projekt.

Ungewohnte Rollenverteilung: Ältere Schüler, junge Lehrer – das ist das Praxisprojekt «Internet-Café für Senioren».  Foto: Thomas Brunnschweiler
Ungewohnte Rollenverteilung: Ältere Schüler, junge Lehrer – das ist das Praxisprojekt «Internet-Café für Senioren». Foto: Thomas Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

Im Jugendraum des neuen reformierten Gemeindezentrums fanden sich am Montagnachmittag 14 Se-niorinnen und Senioren ein, um sich im Internet-Café für Senioren in die Geheimnisse des World Wide Web einweihen zu lassen oder ihre Grundkenntnisse zu erweitern. Rosmarie Meyer, die Präsidentin von «Senioren für Senioren» begrüsste die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer sowie sechs Schüler der Wirtschaftsklasse 12f, die für einmal selbst Lehrer sein durften. Betreut wird das integrierte Praxisprojekt vom Wirtschaftslehrer Matthias Gloor. Zum Projekt gehören nicht nur die Festlegung der Unterrichtseinheiten, sondern auch die Raumsuche und die Mobilisierung von Sponsoren. Die Schüler realisieren das Projekt ausserhalb der Schulzeit.

Mehrheitlich Frauen
Zwei Drittel der Teilnehmenden waren Frauen. Über die Gründe dieses Ungleichgewichts lässt sich nur spekulieren. Vielleicht haben Frauen punkto Computer mehr Nachholbedarf als Männer – oder aber sie sind neugieriger und lernwilliger als diese. Nachdem die technischen Probleme mit dem Internet gelöst waren, zeigte sich rasch, dass es innerhalb der Gruppe unterschiedliche Levels bezüglich der Vorkenntnisse gab. Die einen bewegten sich mühelos im Netz, andere mussten sich die einfachsten Vorgänge erklären lassen.
Und so waren die sechs Helfer pausenlos gefordert. Danilo Porru, einer der Schüler, erklärte am Schluss: «Am Anfang hatten wir Schwierigkeiten mit dem Internetzugang und damit, dass der Wissensstand zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen gross ist. Deshalb konnten wir nicht alles machen, was geplant war. Die Senioren sind sehr sympathisch.» Auch Abiram Kalaventham fiel die Bandbreite bei den Vorkenntnissen auf. «Ich finde es aber schön, dass so viele Senioren gekommen sind und das Interesse so gross ist», sagte er.

Ferien buchen, Powerpoint beherrschen
Bei den Senioren kam das Projekt gut an, auch wenn sich bei den etwas fortgeschritteneren PC-Benutzern ein bisschen Ungeduld breitmachte. Greta Kürsteiner sagte: «Ich war schon einmal an einem Kurs und habe heute nichts Neues gelernt. Es war etwas schwierig, weil die Laptops keine Maus haben. Ich finde es jedenfalls nett, dass Junge etwas für uns Senioren machen.» Ein nicht namentlich genannt sein wollender Senior mit Jahrgang 1933 und ebenfalls mit Vorkenntnissen erklärte: «Ich habe konkret gelernt, Ferien oder Flüge zu buchen. Die Jungen haben es gut gemacht und waren sehr hilfsbereit.» Margot Wicki-Schwarzschild, die schon lange mit dem Computer arbeitet, freut sich auf das nächste Mal, weil es dann um Powerpoint-Präsentationen geht. Am Ausgang konnte man mittels Kollekte einen Beitrag an die Klassenkasse leisten.

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