«Starkult war mir nie wichtig»

Am Samstag konzertiert der Blockflötist Maurice Steger mit dem Neuen Orchester Basel (NOB) unter Christian Knüsel in der katholischen Kirche Aesch. Auf dem Programm steht vor allem Barockmusik.

Auf dem Boden geblieben: Starflötist Maurice Steger ist auch als Dirigent und Professor tätig. Foto: zVg/Jean Baptiste Millot
Auf dem Boden geblieben: Starflötist Maurice Steger ist auch als Dirigent und Professor tätig. Foto: zVg/Jean Baptiste Millot

Maurice Steger pflegt nur mit den besten Ensembles zusammenzuspielen. Das Neue Orchester Basel, das immer wieder durch seine Frische überzeugt, gehört dazu. Und es hat sich in Aesch schon gut etabliert. Wo immer Maurice Steger mit seinen Blockflöten auftritt, übertreffen sich die Kritiker in ihrem Lob. «Paganini der Blockflöte», «Horowitz der Blockflöte» oder gar «Indiana Jones der Blockflöte» wurde er genannt.

Aber trotz der überschwänglichen Lobeshymnen, trotz des Karajan-Preises und der Auszeichnung Echo Klassik 2015 in der Kategorie «Instrumentalist des Jahres (Flöte)» ist Steger auf dem Boden geblieben.

Vom schüchternen Buben zum Star

Maurice Steger, der im Kanton Graubünden aufwuchs, war kein Wunderkind. «Ich ging zuerst in den Blockflöten-Gruppenunterricht, legte das Instrument dann aber lange beiseite», sagt er, «erst zwischen 12 und 13 habe ich den Knopf aufgemacht. Es gab damals im Bündnerland noch keine diplomierten Flötenlehrer. Umso stärker war mein Eigenantrieb. Als Jugendlicher war ich eher schüchtern und ruhig.»

Wenn man Maurice Steger heute mit vollem Körpereinsatz Flöte spielen hört und sieht, fragt man sich, woher er diese Technik hat. «Ich habe sie niemandem abgeschaut. In den frühen Jahren meiner Auftritte wurde ich für meinen Stil kritisiert, bis man erkannte, dass dies eine natürliche Sache ist», so Steger, «aber es ist nur eine Variante. Es ist keine theatralische Angelegenheit. Und es ist auch wichtig, dass man musizierende Kinder niemals in ein Raster setzt.» Immerhin ist Maurice Steger einer der weltbesten Blockflötisten. Was bedeutet dies für ihn? «Am Anfang fühlte ich mich natürlich in den Himmel gehoben, aber der Starkult war mir nie wichtig. Da ich heute auch als Dirigent und Professor für Blockflöte unterwegs bin, sind meine Tätigkeiten vielschichtiger geworden. Ich überlege heute höchstens, ob ich gut war oder nicht.»

Beziehung zur Nordwestschweiz

Maurice Steger hat zwar an der Schola Cantorum Basiliensis Kammermusik und Continuo studiert, seine Affinität zur Region stammen jedoch von seinen Beziehungen zu verschiedenen Klangkörpern. «Basel ist die wichtigste und intensivste Musikstadt der Schweiz. Ich spiele mit vielen Basler Ensembles zusammen. Zu meinem langjährig aufgebauten Beziehungsnetz gehört auch das Neue Orchester Basel. Ich freue mich immer, unter Christian Knüsel zu spielen.» Auf die Frage, ob die Blockflöte als Soloinstrument immer noch unterschätzt werde, ist Stegers Antwort klar: «Nein, der Durchbruch ist passiert. Ich bin glücklich, dass sich die Blockflöte etabliert hat und auch in modernen Orchestern präsent ist.»

Singing Garden, Barockmusik mit Maurice Steger und dem Neuen Orchester Basel, katholische Kirche Aesch, 3. Dezember, 20.15 Uhr, www.neuesorchesterbasel.ch.

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