Mit viel Süssem gegen den bitteren Ernst

Mit dem Erlös aus Pfefferminzsirup und Himbeerkonfitüre unterstützen Jugendliche im Lärchenschulhaus die Menschen in der Ukraine.

Sirup und Konfi: Alice Mosimann (r.) und Livia Leu kamen dem Bedürfnis der Jugendlichen nach, selbst etwas einzubringen.
Sirup und Konfi: Alice Mosimann (r.) und Livia Leu kamen dem Bedürfnis der Jugendlichen nach, selbst etwas einzubringen.

Je näher ein Ereignis liegt, desto stärker ist die Betroffenheit. Während Kriege in Syrien, Jemen oder Afghanistan weit weg schienen und deshalb in der breiten Bevölkerung nur auf wenig Resonanz stiessen, findet das Geschehen in der Ukraine praktisch vor der Haustür statt. Die Betroffenheit darüber ist gross, insbesondere bei Jugendlichen, die sich zum ersten Mal in ihrem Leben konkret mit dem Thema beschäftigen müssen. Das haben Alice Mosimann und Livia Leu, Klassenlehrerinnen am Lärchenschulhaus Sekundarschule Münchenstein, am eigenen Leib erfahren: «Wir behandelten das Thema im Geschichtsunterricht und spürten, wie stark es die Jugendlichen beschäftigt. Sie hatten viele Fragen und auch das Bedürfnis, sich irgendwie einzubringen», erzählt Mosimann.

1100 Franken Spende

Während der letzten Schulferien sind die beiden Lehrerinnen deshalb auf die Idee gekommen, mit den Jugendlichen eine Aktion zu starten – «als Zeichen der Solidarität», wie Leu es ausdrückt. Mit den insgesamt 34 Jugendlichen ihrer beiden Klassen stellten sie in aufwendiger Handarbeit Pfefferminzsirup und Himbeerkonfitüre her, füllten alles in Fläschchen und Gläschen ab und beschrifteten diese mit bunten Etiketten, teilweise in den Farben der ukrainischen Nationalflagge. «Dabei sind unterschiedliche, kreative Unikate entstanden. In der Küche haben alle Schülerinnen und Schüler mit grosser Sorgfalt gearbeitet.»

100 kleine Fläschchen mit Sirup und 90 Gläschen mit Himbeerkonfitüre sind entstanden und während der letzten Woche vor den Osterferien an der Schule selbst, aber auch an anderen Standorten in und ausserhalb Münchensteins verkauft worden. 1100 Franken sind auf ­diese Weise zusammengekommen. Das Geld geht nun über das Rote Kreuz in die Nothilfe in den Grenzregionen der Ukraine, wo täglich Tausende Menschen Schutz suchen.

Kombination aus Ernst und Spass

«Die Aktion machte es möglich, die Geschehnisse in der Ukraine mit dem Fach Hauswirtschaft, das die Jugendlichen lieben, zu verbinden», erzählt Livia Leu. Die positive Erfahrung, selbst etwas erschaffen zu haben, sei für die Jugendlichen ein zusätzlicher Wert gewesen.

Der Aufwand war allerdings grösser, als dies von den beiden Lehrerinnen erst angedacht war, wobei die Jugendlichen fast alles, ja sogar die Einkäufe, selber machten. «Wir haben bei diesem Projekt fächerübergreifend gearbeitet.» Und noch ist das Ganze nicht am Ende: «Im Deutschunterricht werden die Schülerinnen und Schüler über dieses Projekt einen Bericht schreiben.»

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